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Das Wiener Mozartjahr 2006

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April 5, 2012 by admin

Das Jahr 2006 war das Jahr umfangreicher und vielfältiger Feiern angesichts des 250. Geburtstages von Wolfgang Amadeus Mozart. Nicht nur als Auseinandersetzung mit dem Genius Mozart, nicht nur als Heroisierung des “Wunderkindes”, sondern gleichsam auch als reflektierte Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk des berühmten Musikers gestalteten sich die zahlreichen Feierlichkeiten, so dass mit Blick auf die Ergebnisse durchaus von produktiver Jubiläumskultur gesprochen werden kann.

Gerade Mozarts frühe Lebensjahre standen dabei zumeist im Fokus des Interesses, nicht zuletzt auch auf wissenschaftlichen Kongressen wie der Konferenz “Der junge Mozart 1756-1780″ in Salzburg oder dem Symposium “Wunderkind” in Stuttgart.
Freilich stand im Zentrum der Feierlichkeiten allerdings jene Stadt, in der Mozart in den 1780er Jahren seine intensivste Schaffensperiode durchlebte: Wien.

Das Wiener Mozartjahr: Events, Ausstellungen, Projekte

Das Ziel, Nachhaltiges zu schaffen, das über eine kurzzeitige Popularisierung Mozarts hinauswirkt, konnte gerade in Wien gelungen umgesetzt werden. Durch die Wiedereröffnung und Sanierung des “Theaters an der Wien” als Opernhaus und die Erneuerung des “Mozarthauses Vienna”, das auch die historische Mozartwohnung zeigt, entstanden dauerhaft populäre Zentren, die das Leben und Werk Mozarts nachvollziehbar werden lassen.

Durch die über 60 Welturaufführungen des Mozartjahres mit erfolgreichen Werken – wie etwa “I hate Mozart” oder “Die Weberischen” -, die sich, angefacht durch die massenmediale Komponente des Jubiläums, großer Besucherzahlen erfreuen konnten, wurde Mozarts Werk für eine noch breitere Öffentlichkeit erschließbar gemacht und konnten neue Bevölkerungsschichten für das “Phänomen Mozart” erschlossen werden.

Die Ausstellung “Wolfgang Amadé – ein ganz normales Wunderkind” des ZOOM Kindermuseums Wien vergegenwärtigte das Leben Mozarts in seiner Zeit und die historische Kluft zwischen der Lebenswelt Mozarts und unserer heutigen, aufbereitet vor allem auch für ein jüngeres Publikum.

Die “Wiener Albertina” unternahm in ihrer Ausstellung “Mozart. Experiment Aufklärung” mit Blick auf die Variation biographischer Bilder den freilich anspruchsvollen Versuch, einerseits das Problemfeld historiographischer Imagination zu reflektieren sowie historische Bilder zu dekonstruieren und andererseits gleichzeitig die Epoche Mozarts als Beginn der Moderne begreifbar zu machen.

Erwähnenswert sind außerdem die “Feste im Fest”: zum einen das “Fest für Mozart”, das mit Feierlichkeiten an drei Tagen das “Wiener Mozartjahr” einleitete, und Peter Sellars “New Crowned Hope”, das selbiges abschloss.

Liste: Events, Ausstellungen, Projekte

- Wiedereröffnung des “Theaters an der Wien”
- Erneuerung des “Mozarthauses Vienna”
- über 60 Welturaufführungen
- die Ausstellung “Wolfgang Amadé – ein ganz normales Wunderkind” des ZOOM Kindermuseums Wien
- die Ausstellung “Mozart. Experiment Aufklärung” in der “Wiener Albertina”
- das “Fest für Mozart” und Peter Sellars “New Crowned Hope”

Fakten: Besucherzahlen, Erfolge, Medienaufkommen

Die über 180 Projekte und insgesamt 3000 Einzelveranstaltungen fanden – gemäß statistischen Daten – über 1,2 Millionen Besucher. Mit 250.000 Besuchern der “Albertina”, etwa 200.000 Besuchern des “Mozarthauses Vienna” und über 70000 Besuchern des Wiener Mozart-Filmfestivals in Osteuropa wurde das Wiener Mozartjahr zum Jahr der Rekorde.

Die zurückzuführenden Umsatzsteigerungen der Tourismusbranche von 48 Millionen Euro spiegeln dies ebenso wider wie die ungefähr 10.000 verzeichneten Presseberichte und die unzähligen Übertragungen in Fernsehen und Rundfunk.

Liste: Besucherzahlen, Erfolge, Medienaufkommen

- über 180 Projekte und 3000 Einzelveranstaltungen
- über 1,2 Millionen Besucher
- 10.000 verzeichnete Presseberichte

Fazit

Retrospektiv kann das Mozartjahr 2006 in vielerlei Hinsicht als Beispiel einer produktiv-reflektierten Jubiläumskultur bewertet werden. In der Vielzahl der Besucher manifestiert sich der wesentliche Erfolg: Indem die Feierlichkeiten nicht einer kulturellen Elite vorbehalten blieben, konnten neue Gesellschaftsschichten mit dem “Faszinosum Mozart” vertraut gemacht werden.

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